Produkttests

Wir sind abgehoben: Mit dem 3DR Solo, Yuneec Typhoon G und DJI Phantom 3

Die Auswahl der Quadrocopter nimmt von Jahr zu Jahr zu. Gerade erst berichteten wir, dass nun auch GoPro selbst einen Quadcopter 2016 auf den Markt bringen will. Der europäische Marktführer DJI stellt seit einigen Jahren mit dem Phantom das Referenzprodukt. Mittlerweile sind wir in der dritten Generation, die es in drei verschiedenen Varianten gibt.

Unsere Copter im Vergleich
Unsere Copter im Vergleich

Aber auch andere Hersteller wissen wie man konkurrenzfähige Copter baut! 3DR, in den USA weit verbreitet, bietet mit dem Solo einen sehr intuitiv zu bedienenden Copter an. Unser Trio rundet der Neueinsteiger Typhoon G von Yuneec ab. An einem sonnigen Herbsttag ging es an die frische Luft, um alle drei Copter Out-of-the-box zu vergleichen. Hierbei geht es nicht darum die Spezifikationen zu vergleichen, oder die Copter gegeneinander auszuspielen. Am Ende musst du für dich entscheiden, welche Features für dich relevant sind. Alle drei haben ihre Stärken und Schwächen, die wir hier aufzeigen möchten. Bemerkung: Das Wetter war trocken, windstill und sonnig.

 

Vorbereitungen

Wir sind als Neueinsteiger beim „Drohnenfliegen“ an die ganze Aktion herangegangen. Es wurde Schritt für Schritt nach den Anleitungen vorgegangen, damit wir möglichst neutral berichten können. Los geht’s: Alle drei Copter und Fernsteuerungen wurden geladen, was bei keinem der Modelle eine Herausforderung darstellte. Bei dem 3DR und DJI Phantom 3 gibt es eine App die zwingend notwendig ist. Auch diese liessen sich probemlos und einfach auf unserem Smartphone (iPhone6) installieren. Über die Hersteller-Apps haben wir dann auch gleich die neuste Firmware für die Copter und Fernsteuerungen installiert. Damit waren wir vorbereitet und es konnte los gehen! Wir hatten uns natürlich einen trockenen und relativ warmen Herbsttag (15-18°C) ausgesucht. Wie wir wissen, reagieren Akkus auf bestimmte Temperaturen gerne empfindlich. Das Areal bot einen offenen Bereich, der von Bäumen umgeben ist. Zu unserem Erfreuen war es auch windstill.

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Die Copter im Größenvergleich.

Unboxing

Alle drei Copter kommen in einem großen Pappkarton mit Tragegriff. Die Inlays bestehen abei dem 3DR und DJI aus Pappe, ähnlich einem Schuhkarton. 3DR hat dabei noch zusätzlich eine Aussenhülle mit Klettverschluss und einen Griff für den Transport. Der Typhoon G ist in festem Styropor eingebettet. Grundsätzlich empfehlen wir für alle Modelle einen Koffer oder eine Tasche für den Transport.

Die Propeller werden per Hand befestigt.

Oft kann man schon anhand der Umverpackung die Wertigkeit und Qualität erahnen. Bei unseren Dreien ist dies nicht der Fall. Beim Auspacken fällt sofort auf, dass der Yuneec Typhoon G am Größten ist – was allerdings auch auffällt, sind die Bedienungsanleitungen und Zettel und zwar auf dem Boden. „Oha, was steht da denn alles?“. Beim Phantom 3 wird alles von einem kleinen Booklet zusammengehalten. 3DR beschränkt sich auf ein Minimum.

Der Typhoon G kommt mit zwei Sätzen Propellern, die mit A und B beschriftet sind. So erkennt man sofort, welcher Propeller auf welchen Motor gehört. Beim Phantom 3 und dem Solo geht es ähnlich leicht von der Hand.

Der Aufbau geht fix.

Toll, kein Werkzeug von nöten! Die Fernsteuerungen sind deutlich zu unterschieden. DJI setzt weiterhin auf Weiß. Ein kleiner gepufferter Bereich an der Halterung für Smartphone/Tablet sorgt für sicheren Sitz. Genauso beim Solo, der mit seinem glänzenden „Klavierlack“ und matten Bereichen besonders ins Auge sticht. Alles ist aus einem Guss und die Elektronik verdeckt. Die hochwertige Verarbeitung fällt auf. Die Fernsteuerung des Typhoon G hat einen Monitor integriert, sodass kein Smartphone/Tablet für die Bildübertragung gebraucht wird. Sie wirkt eher wir eine Fernsteuerung, die ich noch aus alten Modellflug-Zeiten kenne.

Alle Fernsteuerungen liegen gut in der Hand.
Alle Fernsteuerungen liegen gut in der Hand.

Startaufstellung

Da wir den DJI Phantom schon von vorherigen Generationen kennen, entscheiden wir uns mit dem 3DR Solo zu beginnen. Fernsteuerung anschalten, der zusätzliche Monitor an der Fernsteuerung zeigt einen kurz aufleuchtenden Ladebalken. Copter angeschaltet und das Smartphone in die Halterung gesteckt.

Die Bedienung des Solo ist sehr intuitiv.

Über das WiFi wird eine Verbindung mit der App hergestellt. Das WiFi ist ab Werk samt Netzwerkname und Passwort schon eingerichtet. Wir finden uns in einem schick animierten übersichtlichen Menü wieder. Das Statusmonitor an der Fernsteuerung zeigt u.a. Flughöhe, Entfernung zum Startpunkt und die Akkulaufzeit an. Alles ist super intuitiv. In ca. 60 Sekunden ist die Kiste startbereit.

Als Nächstes ist der DJI Phantom 3 an der Reihe. Diesen haben wir vorher kalibriert, was bei DJI strengstens vorausgesetzt wird, andernfalls stürzt der Copter ab oder startet garnicht erst richtig. Auch hier dient unser Smartphone als Empfangsgerät der HD-Livebildübertragung. Die App zeigt uns viele Informationen – auf den ersten Blick zu viel.

Unser Neueinsteiger Typhoon G von Yuneec zeigt Größe. Rotorblätter, Motoren und Gewicht haben zugelegt. Aufgrund der Bauform erkennt man die Front sofort. Er sieht fast aus wie ein Katamaranschnellboot. Die GoPro lässt sich mühelos mit dem Gimbal verbauen, da sie nur eingesteckt wird. Das Android System muss erstmal ein bisschen arbeiten bis es losgehen kann.

Der Typhoon G überzeugt.

Praktisch: Es wird kein zusätzliches Smartphone benötigt (welches nun auch wieder Strom braucht). Die Fluginformationen und das Livebild (analog) werden auf dem integrierten Monitor angezeigt. Falls man sich die Fernsteuerung mit einem Band um den Hals hängen möchte, verdeckt dieses leider den Monitor. Der Monitor ist ein Touchscreen wie man es heute schon fast gewohnt ist. Er reagiert besser auf ‚Drücken‘. Fernsteuerung und Copter brauchen ein bisschen Geduld, bis diese sich verbunden und eine GPS-Verbindung hergestellt haben.


In der Luft

Ein Druck beim 3DR Solo auf den Fly-Knopf und der Copter hebt automatisch ab. Die Reaktion der Steuerungsbefehle ist gut, und wir fliegen unsere erste Runde. Der Copter liegt satt in der Luft, kein Nachschwingen oder Abdriften.

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Phantom 3 und Solo gleichzeitig in der Luft.

Die Empfindlichkeit der Richtungsänderungen und der Gimbalsteuerung kann mit der App angepasst werden. … Ups: Haben wir nicht was vergessen? Die Kompasskalibrierung vor Ort! Auf einem kleinen Zettel finden wir den Hinweis. Trotzdem fliegt er unauffällig ruhig und bleibt dank ‚Pause‘-Knopf auch in der Luft stehen.

Der Solo hält punktgenau die Position.

3DR bewirbt besonders die sogenannte Smart Shot-Funktion. Mit einem Touch auf das Icon in der App wird Selfie gestartet. Die Startposition wird einfach per Knopfdruck bestimmt und schon fliegt die Drohne automatisch weg von der Position und wieder zurück. Ebenso funktionieren Follow, Orbit und Cablecam. Die App erklärt jeweils die Funktion mit Bildern und Animationen. Das kann wirklich niemand falsch machen. Toll: Bei der Orbitfunktion wird Googlemaps als Draufsicht verwendet und ich kann den Fokuspunkt/Mittelpunkt einfach durch einen Touch auf der Karte verschieben. Für mich steht fest: Wenn der Geldbeutel locker sitzen würde und weil ich eine GoPro habe, ist er für mich die Nummer 1.

Mit einem Steuerungskommando an der Fernsteuerung des DJI Phantom 3 werden die Motoren gestartet. Beim Abheben zeigt sich, ob wir zuvor sauber kalibriert haben (sonst driftet der Copter schon beim Abheben ab). Der Copter lässt sich sehr agil steuern und reagiert zackig auf Richtungsänderungen, was aber auch mit der App verstellt werden kann. Leichte Windstöße drücken ihn allerdings minimal zur Seite. Der Gimbal reagiert zügig auf Kommandos. Der Phantom reagiert im Auslieferungszustand fast zu empfindlich auf die Befehle. Dank der leichten und kompakten Bauweise lässt er sich aber zielgenau manövrieren. DJI kann es einfach.

Der Typhoon G ist sehr flugstabil.

Beim Yuneec Typhoon G fällt der Start-Stop-Knopf sofort ins Auge und wird gedrückt. Das Abheben fühlt sich etwas behebiger an.

Sobald er aber ein paar Meter über dem Boden ist, lässt er sich auffällig agil steuern – trotz seiner Größe. Er liegt satt in der Luft und driftet nicht ab. Die Steuerungsbefehle werden genau umgesetzt, wobei er minimal verzögert reagiert. Dies fällt allerdings garnicht mehr auf, da wir den sich in Fingerreichweite befindenden Regler für die Sensibilität, zwischen ‚Schildkröte‘ und ‚Hase‘ stufenlos verstellen können. Dies kann sehr praktisch sein, wenn man weiche Übergänge fliegen oder filmen möchte! Außerdem fällt auf, dass das Copter auffällig leise ist. Die Lautstärke ist beim Beschleunigen und Aufsteigen zum ‚Stehen in der Luft‘ fast unverändert ruhig. Da machen die anderen beiden mehr Krach! Ein wirklich klasse Copter zum schmalen Preis! Und nicht zu vergessen: In der Box befindet sich noch der SteadyGrip! Damit kannst Du das GoPro Gimbal auch als Handstativ nutzen.

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Wenn der Akku leer ist, landen die Drohnen automatisch an ihrer Startposition.

Fazit

Da wir keinen Test, sondern viel mehr einen Vergleich gemacht haben, haben wir keinen Testsieger. Jeder Copter konnte seine Stärken und Schwächen aufzeigen. Alle drei Copter haben ihre Daseinsberechtigung und Zielgruppe. Die einen fliegen Copter des Fliegens wegen; die anderen des Filmens wegen. Du musst für dich abwägen, was dir am Wichtigsten ist!

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3DR Solo

+ HD-Videostreaming
+ Plug & Play
+ Perfekte GoPro-Unterstützung & App-Features
+ Hochwertigste Verarbeitung und Materialien
+ Extra Statusbildschirm auf der Fernsteuerung
+ Intuitive Steuerung des Copters und der App
Preis

 

 

DJIPhantom3
DJI Phantom 3

+ HD-Videostreaming
+ Marktführer
+ Klein, leicht & kompakt
+ Drei verschiedene Varianten
App auf den ersten Blick überladen
Empfindlicher Gimbal

 

 

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Yuneec Typhoon G

+ Geringer Fluglärm
+ Stabiles Flugverhalten
+ Fernsteuerung mit Monitor
+ Preis
Gewicht & Größe
Fühlbar günstige Materialien
Gimbal-Elektronik nicht geschützt
Zu viele Status-LEDs

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2 comments

  1. hi, habe jetzt eine yuneec typhoon g und neu eine gopro 5. gibt es dafür einen gimbal?
    danke und lg werner steinberger

    1. Hallo Werner,
      für den Yuneec TyphoonG gibt es leider keinen passenden Gimbal, um die HERO5 Black zu montieren.

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